Goldrausch

Goldrausch

Nach San Franzisco haben wir ein paar ruhige Tage auf einfachen Campgrounds verbracht, bevor wir über den berühmten Highway 49 die alte Goldgräberstadt Columbia (California) erreichten. Der Highway soll mit seiner Zahl an das Jahr 1849 erinnern, in welchem an dieser Strecke westlich der Sierra Nevada auf einer Länge von 120 Meilen erstmals Gold entdeckt wurde. Aus den schnell wachsenden, notdürftigen, Camps wurden bald Städte wie Jamestown, Sonora und eben auch Columbia. Hier begann der Boom ein Jahr später. Innerhalb von nur 6 Wochen siedelten sich hier Tausende von Goldsuchern an, die dem Fluss und den Bergen mit entsprechendem Gerät „auf den Grund“ gingen. Zwei Drittel der Glücksritter waren mexikanische Bergleute, die aber nach kurzer Zeit als „unerwünschte Konkurrenz“ durch hohe Zwangsabgaben vertrieben wurden.

Bereits zwei Jahre später fand sich hier eine Stadt mit 150 Geschäften, Saloons und Versammlungsräumen für inzwischen 25000 Einwohner.

Nach den Preisen des 19. Jahrhunderts berechnet, wurde hier Gold im Wert von 87 Millionen Dollar gefunden. Die Schürfmethoden begannen mit einfachem Gerät wie Pfannen und Rüttelsieben. Doch bald schon entwickelten findige Ingenieure Wasserkanonen, mit denen sich unter großem Druck das Gold aus dem quarzhaltigen Sand und Gestein lösen ließ. Noch heute sieht man die felsigen Überreste dieser Aktion und wir bekommen eine Ahnung davon, wie zerklüftet das Land zu der Zeit ausgesehen haben mag.

Als die großen Goldadern 1860 erschöpft waren, verließen viele Menschen Columbia, und weitere 20 Jahre später lebten hier nur noch 500 (!) Menschen. Doch die Stadt wurde nie völlig aufgegeben und so sind bis heute viele ihrer Gebäude erhalten geblieben, die den Grundstein für einen 1945 gegründeten, staatlichen Geschichtspark bilden.

Auch wir sind fasziniert von dieser Zeit und ertappen uns schon mal dabei mit gesenktem Haupt durch die Gegend zu streifen: Liegt da nicht vielleicht doch noch ein Goldnugget im Staub?