Baja California

21. Januar 2015, Baja California – Mexiko

Auf einer Länge von über 2000 km zieht sich die Mex.1  - als z. T. äußerst schmales Band -  von der Grenzstadt Tecate bis hinunter nach La Paz. Tagelang geht es durch -  für uns inzwischen eintönige – Kakteenlandschaften gen Süden und nur die diversen Militärkontrollen, die knappe Fahrbahn (zeitweilig ohne Böschung) und waghalsige Überholmanöver sorgen für Abwechslung.

 

Ab und an passieren wir Dörfer von erschreckender Armut; Müll und Schrott flankieren die Straßen, die Menschen hausen in notdürftig zusammengebauten Verschlägen und wir fragen uns beklommen, wovon man hier seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Trotz alledem werden wir immer wieder freundlich gegrüßt und wir bezahlen gerne den gewünschten Obulus für die einfachen Stellplätze am Meer.

Ziemlich im unteren Viertel der Baja stoppen wir für drei Tage in Loreto, nach Ensenada und San Quintin im Norden die nächst größere Stadt, mit etwa 50000 Einwohnern. Einst von den Jesuiten gegründet, leben die Menschen heute zum größten Teil von und mit dem Tourismus. In der blitzblanken Altstadt lässt man sich von bunten Souvenirläden, Restaurants und Cafés locken oder man flaniert entlang der Uferpromenade und schaut den Pelikanen beim Fischfang zu.

Es tut gut, nach der langen Anreise nun an solch einem angenehmen Ort ein wenig zur Ruhe zu kommen und sich ein wenig mehr mental mit der neuen Reisesituation vertraut zu machen.

Auf dem Campingplatz treffen wir auf Ilka und Günther (siehe Link auf HP), mit denen wir ab hier- nunmehr mit drei Fahrzeugen -  ein Stück gemeinsam weiter ziehen werden. Doch zuvor entscheiden Gustav und ich uns für einen Abstecher zur ältesten Missionsstation auf der Baja, San Javier. Von Loreto aus führt uns eine wahrhaft abenteuerliche Strecke, mit vielen Eselrücken, mehreren Furten und vom Hurrican zerstörten Fahrbahnabschnittne durch Kakteenhaine und Palmentäler über 35 km in die Berge, so dass wir am Ende feststellen: Der Weg ist hier das Ziel. Von der eigentlichen Missionsstation sind nur noch ein paar einfache, palmengedeckte Gebäude und eine nicht besonders prunkvolle Kirche übrig geblieben. Wenige Menschen leben hier – eben auch vom Tourismus – und augenscheinlich als Selbstversorger. Es ist ein friedlicher Ort mit üppiger Vegetation, umgeben von schützenden Bergen.

 

Die Nacht verbringen wir in Loreto, während die übrige Crew sich an einen öffentlichen Strand begeben hat, dessen Zufahrt wir unserem „Käptn“ lieber nicht zumuten wollten.

Zwei Tage und 200 km später treffen wir in Puerto Adolfo wieder mit Esti und Roland, Ilka und Günther zusammen. Hier buchen wir gemeinsam eine Bootstour zur Walbeobachtung. Für zwei Stunden geht es hinaus zu den sanften Riesen, den Grauwalen. Hier in diesen warmen Regionen mit ausreichendem Nahrungsangebot finden die Säuger eine ideale Kinderstube – und die Menschen somit ein besonderes Naturschauspiel. Bis auf wenige Meter nähert sich das Boot den Tieren. Elegant gleiten sie durchs Wasser, ab und an eine Fontäne, ein Wink mit der Schwanzflosse, doch das alles so schnell, dass es für Gustav schier unmöglich war, ein gutes Foto zu bekommen. Schließlich begnügt auch er sich damit, einfach nur zu beobachten und das Spiel zwischen der Mutter und ihr Junges zu genießen.

 

Es ist gegen Mittag, als wir uns von dieser Bucht verabschieden. Ilka und Günther, Esti und Roli haben mit ihren Trucks eine entsprechend langsamere Reisegeschwindigkeit als wir und so entscheiden wir, mal wieder die Vorhut zu übernehmen. Nach gut 3 Stunden und knapp 300 km über die durch den letzten Hurrican arg in Mitleidenschaft gezogene Mex.1 -  erreichen wir den Campingplatz in  La Paz. Hier checken wir für die nächsten drei Nächte ein.

 

Fortsetzung folgt…….