Ein spezielles Wochenende in La Paz

28. Januar, La Paz, Mexiko

Am Freitagabend saßen wir wieder beim gemütlichen Plausch mit Ilka und Günther bei Roli und Esti im Womo zusammen. Es wurde spät, doch wir konnten ja ausschlafen. Weil an den Wochenenden in Mexikos warmen Regionen an den Stränden fast immer Party ist, ziehen sich alle Ruhesuchenden meistens auf die Campingplätze zurück. So auch unser Reiseteam. Doch wir hatten die Rechnung nicht ohne die am selben Tag eingetroffene Rugbymannschaft gemacht. Die hatten da scheinbar was verwechselt. Am Samstagmorgen wurden wir also in aller Frühe recht unsanft mit extrem lautstarker mexikanischer Popmusik  aus dem Schlaf gerissen. Es war, als wären die Boxen unseres heimischen Seefestes direkt neben unserem Womo montiert worden: Der Blutdruck schoss in unendliche Höhen, der Herzschlag wurde fremdgesteuert und selbst „Blaubär“ schien im Rhythmus mitzuhüpfen. Ich also raus und die Jungs zur Rede gestellt. Keiner rührt sich, zwei schauen mich unsicher an, so zieh ich bei so viel Unentschlossenheit den Stecker. Oh welch eine Wohltat! - Kaum bin ich im Womo,  geht der Spaß von vorne los. Na, sind die denn nicht nur rücksichtslos, sondern total unverständig? Toller Sportsgeist! – Also noch mal rüber. Erst als ich mich zum zweiten Mal in allen mir zur Verfügung stehenden Sprachen wütend bei ihnen beschwerte (Schimpfen auf plattdeutsch führte übrigens zu Fragezeichen in den Augen) und so nebenbei ein klein bisschen mit einer großen Schere in Richtung ihrer Anlage deutete, verstanden sie mich plötzlich. Wow! Es kehrte tatsächlich Ruhe ein und wir konnten endlich noch ein wenig Schlaf nachholen.

Seehr viiel später, nachdem wir gut gefrühstückt hatten, übernahmen wir mit „Blaubär“ die Collectivofahrt  (Collectivo = ein Sammeltaxi) in die Stadt. Gemeinsam bummelten wir die Uferpromenade entlang, entdeckten urige Innenhöfe, Kunstobjekte und bunte Läden.

Zurück auf dem Platz werden wir von Rob und Annemarie aus Kanada und Will und Mary, einem jungen Paar aus Alabama angesprochen. Sie erkundigen sich nach unserem Woher und Wohin und hatten auch selber schon recht ungewöhnliche, alternative Reiseerfahrungen, die wiederum für uns äußerst interessant sind.

Nach dem Abendessen treffen wir uns mal wieder im knuffigen Schweizer Phoenix, dieses Mal zu einer Abschiedsrunde. Esti hat Guacamole und Wein bereitgestellt und Günther und Ilka kommen schwerbeladen mit einem faszinierenden Flaschenarsenal dazu. Ja, was kann das wohl geben??

Wir brauchen nicht lange zu grübeln: Ilka ist jetzt der Boss in der Bar und mischt uns ein paar gehörige Margaritas. Mann, haben die Power! Da kann selbst die Limone nicht drüber hinwegtäuschen! Die Folge ist ein äußerst vergnüglicher Abend. – Und am nächsten Morgen werden wir nur ganz sanft und erst um 8 Uhr von den netten Rugbyjungs geweckt.