Noch eine Insel des ewigen Frühlings

14. März 2015, San Miguel de Allende

 

So wurden wir empfangen:

                                    Apachen auf dem Trauermarsch sorgen für einen Verkehrsstau

An dieser Stadt im zentralen Hochland Mexikos scheiden sich die Geister: Diejenigen Reisenden, die eine typisch mexikanische Stadt erwarten, sind von der allgegenwärtigen amerikanischen Dominanz schnell enttäuscht, und die, die auf der Suche nach einer entspannten Reiseunterbrechung in klimatisch günstiger Lage sind, werden hier fündig.

Das ganze Jahr über herrschen hier -  gerade für Nordamerikaner  (und Reisende aus Europa!) -  angenehm frühlingshafte Temperaturen um die 25 Grad mit vielen Sonnenstunden und wenig Regen. Die Altstadt zieht sich in bunten Farben die Hänge hinauf, unterbrochen vom Grün der Parks und uralten Bäumen. Blumengeschmückte Balkone, Dachterrassen und Innenhöfe laden zum Verweilen ein und jede Menge Kunstgalerien, Cafés und Restaurants buhlen um die Gunst von Besuchern und zugezogenen Dauergästen aus Kanada und den Vereinigten Staaten. Rentner verbringen hier ihren Lebensabend, wie bei uns auf Teneriffa oder im Süden Spaniens.

Der Aufschwung San Miguels begann in den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als amerikanischen Kriegsteilnehmern hier eine Möglichkeit geboten wurde, eine Ausbildung abzuschließen. Sie bemerkten bald die – nicht nur wirtschaftlichen – Vorzüge dieses Ortes – und blieben auf Dauer. Daraus entwickelte sich eine eigene Infrastruktur mit Geschäften aller Art, Schulen und sehr guter medizinischer Versorgung. Dies wiederum verhalf San Miguel zu einigem Wohlstand, der bis heute anhält.

 

 

Wir „landen“ hier, weil es hier eben auch einen der raren Wohnmobilstellplätze Mexikos gibt. Mitten in der Altstadt in einem begrünten Innenhof gelegen, bietet er uns zugleich Ruhe - und - die Möglichkeit die Umgebung zu Fuß zu erkunden. Ein hübsches, sauberes Bad, eine starke Internetverbindung  und last but not least  - das Wiedersehen mit ein paar Reisefreunden überzeugt uns zum längeren Bleiben: Zuerst entdecken und freuen wir uns über Gitta und Peter, dann lernen wir Joachim und Bärbel kennen, die sich schon lange in diesen Ort verliebt haben. Die fidelen Hamburger Volker und Margot mit ihrem Expeditionstruck sind kurz vor uns eingecheckt und anderntags – „hey super- kann ja wohl nicht wahr sein…“ treffen Ilka und Günther ein!!! Ja, da gibt es natürlich wieder viel zu erzählen. In munterer Runde verbringen wir die Abende, die dann allerdings einiges länger werden als üblich.

Die nahe Kirchturmglocke ruft uns zu: „Hört ihr Leute, lasst euch sagen, unsere Uhr hat zwölf geschlagen….“