Start zur 2. Etappe - Viva Mexiko

13. Januar 2015, südl. von Ensenada, Baja California Mexiko

Wir sind wieder da; bzw. – on the road again.

Wunderbarerweise hat alles rundum geklappt: Christian hat uns trotz morgendlicher Rushhour pünktlich zum Flughafen gebracht;  Die Lufthansa hat nicht gestreikt, keine Verspätung wegen irgendwelcher Notfälle und unsere zweieinhalb Stunden Aufenthalt in Frankfurt haben somit völlig ausgereicht. In Frankfurt gab es diesmal auch kein Theater wegen des Rückflugtickets in die Staaten und nicht einmal unser seltsames Reisegepäck mit den diversen Ersatzteilen für „Käptn Blaubär“ oder die Kaffee- und Teepäckchen sorgten für Aufregung. So konnten wir also den 12-Stunden-Flug mit Fensterplatz in der Sardinenbüchse und der bordtypischen Haute-Cuisine entsprechend entspannt genießen.

  

Unter Ausnutzung der ökonomischen Windströme überflogen wir zunächst einmal die Nordhalbkugel, grüßten Hamburg, Oslo und die Inselwelt um Grönland, bevor es über Alaska und Kanada dann doch in Richtung Las Vegas ging.

Hier empfing uns um 15.00 Uhr Ortszeit ein strahlend blauer Himmel und ließ uns den grauen Himmel Norddeutschlands schnell vergessen.

Zügig ging es am Immigrationsschalter voran, wir erhielten wieder ein Visum für ein halbes Jahr. Am Gepäckband entdeckten wir unser Gepäck und das sogar vollständig und unversehrt. Vor der nächsten Kontrolle stellten wir uns an der langen Schlange geduldig an, wurden aber nach wenigen Minuten von einem Beamten herausgerufen. Na klar: Hier wundern sie sich bestimmt über die Radlager, Luftfilter, oder? Aber nein! Nach dem Durchleuchten der Gepäckstücke, einem bisschen Smalltalk über unser woher und wohin werden wir freundlich entlassen. Wir begeben uns mit dem Bus fix zu unserem Storage und siehe da: „Käptn Blaubär“ steht unbeschadet an seinem Platz und springt vor lauter Wiedersehensfreude auch sofort an.

Leicht benommen (es ist 4 Uhr nachts in Deutschland) kaufen wir noch schnell ein paar Dinge fürs Frühstück ein und fahren raus zum schon bekannten ruhigen Campingplatz „Las Vegas Bay“. Als wir uns schlafen legen, ist es hier 19.00 Uhr abends, aber nach 24 Stunden Reisezeit ist uns das herzlich egal: Wir ziehen das Reich der Träume vor.

Den nächsten Tag verbringen wir mit Einräumen und damit, das Womo wieder reiseklar zu  bekommen.

Am 10. Januar fahren wir die erste große Strecke, nämlich etwa 400 km weiter südlich nach Quartzsite (siehe Wikipedia). Dies ist ein riesiges Areal mitten in der Wüste, wo sich alljährlich tausende von Wohnmobilisten aus ganz USA treffen, die hier die Wintermonate verbringen. Nebenbei  offerieren Händler in großen Freiluftmärkten Nützliches und Unnützes, eben alles, was das Camperherz begehrt.

Für uns ist dieser Ort allerdings eher ein Ort der Begegnung, denn erstens haben wir uns hier mit Esther und Roland für die Weiterreise nach Mexiko verabredet und zweitens werden wir von Richard und Janet erwartet, einem ausgesprochen netten Paar, das wir am Lake Powell kennen lernten. Ja und auch dieses Mal ist es wieder eine Freude, mit den beiden zu reden, denn die zwei sind hellwach, was die politischen und sozialen Bedingungen – nicht nur ihres Landes - betrifft und lieben ihrerseits den Austausch. Die Zeit vergeht wie im Fluge und nach einer ruhigen Nacht in dieser speziellen Umgebung brechen wir anderntags mit den beiden Schweizern auf in Richtung Süden.

Roland hat schon vorab eine gute Strecke herausgesucht, die uns einen Nachtplatz hoch über den Sanddünen (Südkalifornien) und einen auf dem Parkplatz vor einem Casino bereit hält. Nachdem wir diverse Lebensmittel  in unseren Wohnmobilen vor der nächsten Grenzkontrolle in Sicherheit gebracht haben, genießen wir die Zeit in der geselligen Runde - bei einem verrückten Spiel -  und einem gemütlichen Plausch.

Am nächsten Vormittag erreichen wir Tecate, parken unsere Womos auf amerikanischer Seite und gehen zu Fuß zur mexikanischen Migrationsbehörde. Hier gilt es ein Formular mit den persönlichen Passdaten auszufüllen, anschließend 24,- Dollar p. P.  zu entrichten, mit dem Beleg zurück zur Migration und nun rüber auf die amerikanische Seite durch den Checkpoint. Die Beamten hier sind freundlich, hilfsbereit und gar zu ein paar Scherzen aufgelegt .Jetzt heißt es für uns noch eine Haftpflichtversicherung für Mexiko abzuschließen, was gleich vor Ort geschehen kann. Doch der erste Anbieter verlangt über 300 Dollar: Wir wollen doch nicht die Versicherungsgesellschaft kaufen! Das kann ja wohl nicht wahr sein; Ist es aber auch nicht. Ein anderer Anbieter begnügt sich mit 120 Dollar. Na also: Geht doch!

Nun fahren wir unsere Fahrzeuge über die Grenze. Eine freundliche Kontrolleurin prüft den Inhalt der Schränke, beschlagnahmt aber nicht mal die restlichen (noch sichtbaren) Lebensmittel  und mit einem „ Herzlich Willkommen in Mexiko“ dürfen wir weiterfahren.

Der erste Eindruck von Mexiko ist der von Tecate,  einer dieser typisch wuseligen , bunten Städte mit viel Verkehr, noch mehr Fußgängern,  schlechten Fahrbahnen und kaum Parkmöglichkeiten. Also stoppen wir auch nicht. Außerhalb der Stadt erstreckt sich eine grüne Berglandschaft mit Steineichen, aber auch Olivenplantagen und Weinanbau. Kleine einfache Holzhäuser fallen wie bunte Tupfen ins Auge. Noch einige Male die Hänge rauf und runter, dann tut sich vor uns die Weite des Pazifiks auf. In Ensenada liegen große Schiffe im Hafen und Kutscher warten mit ihren farbigen Wagen auf Kundschaft. Passanten flanieren entlang der Marktstände, die zu beiden Seiten die Hauptstraße säumen.  Ja, dies ist doch so ganz anders als in den Staaten.

Wir sind angekommen – in Mexiko.