Ersatzteilbestellung während der Reise - AVD: Nein,danke!

Ersatzteilbestellung – gute und schlechte Erfahrungen: aber AVD-Notruf –nein, danke!!

1. Notfall

 Im Oktober 2014 hat es uns in Arizona erwischt – die Kupplung war defekt. Das Auto blieb stehen! Nichts ging mehr. Es musste auf einem LKW nach Payson transportiert werden. Dort aber hatten wir Glück. Wir fanden eine Werkstatt – keine Markenwerkstatt – die die Kupplung reparieren würde. Wir mussten „nur“ die Ersatzteile in Deutschland bestellen.

Bei einem Zeitunterschied von ca. 8 Stunden bedeutete dies - mitten in der Nacht  - per Skypetelefon den Automobilclub in Deutschland zu benachrichtigen. Leider erschwerte die Verbindungsqualität die Verständigung erheblich, doch immerhin: der Kontakt war hergestellt und so konnten die Einzelheiten per Email erledigt werden.

Ich bin Mitglied bei „mobile in Deutschland“, einem Automobilclub, der kostenlosen Versand weltweit verspricht. Zu dieser Zeit wurde der Versand über die ERGO- Versicherung abgewickelt. Deren Mitarbeiter erklärten mir, ich solle die Ersatzkupplung über meine heimische Werkstatt ordern. Diese solle die Teile bestellen, sie würden dann von UPS abgeholt und in die USA geliefert. Das klappte dann auch reibungslos: Am Freitag bestellte die Werkstatt die Teile, diese wurden am Montag geliefert, UPS holte sie um 13.00 Uhr dort ab und am Mittwoch, nur 50 Stunden später, waren sie in der Werkstatt in Payson, Arizona. Dann wurde die Kupplung eingebaut und wir waren wieder fahrbereit.

Toll, wie das funktioniert hat! Wir waren begeistert.

 

2. Notfall

 Anfang April hatten die rauen Straßenverhältnisse ihren Tribut gefordert und unser Fahrzeug benötigte neue Spurstangenköpfe. Wieder mussten die Teile aus Deutschland geordert werden. Wir gingen davon aus, dass alles genau so reibungslos klappen würde, wie im Herbst zuvor. Aber: weit gefehlt!!

„Mobil in Deutschland“ hat den Notruf seit dem 1.1.2015 an den AVD abgegeben. Diesen nun per Skype zu erreichen war fast unmöglich, aber per Email lief das Ganze eigentlich recht gut, auch wenn es wegen des Zeitunterschieds – 7 Stunden – zu entsprechenden Verzögerungen kam.

Zunächst erfuhr ich, dass der AVD den Teileversand selbst in die Hand nimmt, also nicht so, wie im letzten Herbst. Gut, das ist ja akzeptabel. Aber jetzt ging es los: Der AVD wollte diese Teile unbedingt von RENAULT mithilfe von deren Spedition versenden lassen. Das bedeutete natürlich, dass es teure Originalteile gab!  Und diese Spedition benötigte dazu die Anschrift einer KFZ-Werkstatt und in Mexiko deren -  Steuernummer!!!

So etwas in Mexiko, einem Land, in dem Improvisation eher die Regel ist. Hier eine Steuernummer zu erhalten, ist nach meinen Recherchen so gut wie unmöglich.  Dass die Verhältnisse hier nicht mit denen in Deutschland zu vergleichen sind, lag weit außerhalb des Denkvermögens dieser AVD- Mitarbeiter. Es bedurfte deutlicher Hinweise meinerseits, bis sie begriffen, dass hier „die Uhren anders gehen“. Fünf Tage später stellte sich zudem heraus, dass die RENAULT – Spedition keine Teile nach Mexiko transportiert. So machte ich dem AVD-Notruf klar, man könnte die Teile auch per DHL-Express versenden, schließlich würde der ADAC dies immer so handhaben.

Es dauerte zwei weitere Tage, bis die Teile endlich unterwegs waren. (In diesem Zeitraum standen im letzten Jahr die Teile bereits zur Verfügung).

Immerhin, am 28. April wurde das Paket bei der DHL aufgegeben. – Die Sendungsverfolgung machte es möglich den Transport zu verfolgen. Dann der nächste Schreck: Bei DHL  aber wurde es nur als Inlandsexpresspaket deklariert und landete somit zur Weiterbeförderung nicht bei der schnellen DHL-Mexiko, sondern bei der Mexikanischen Post, die für ihr Schneckentempo berüchtigt ist.

Zusammenfassung:

Am 22.4.2015 rief ich den Notruf an und bat danach per email um die Zusendung der Ersatzteile.

Am 28.2.2015, also 6 Tage später, wurde das Paket bei der DHL aufgegeben – nicht als Express oder Premium, sondern nur als Inlandsexpress.

Am 4.5.2015 erreichte es Mexiko.

Am 13.5.2015 wäre es in San Miguel ausgeliefert worden – ich kam dem zuvor, indem ich mich am 11.5.2015  direkt zum mexikanischen Postamt begab und das Paket umgehend mitnehmen konnte.

Vom ersten Notruf bis zur Lieferung dauerte es also 3 Wochen.

Aber

In der Zwischenzeit hatte ich vor lauter Verzweiflung mal bei Ebay reingeschaut. Zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass es dort Anbieter von Ersatzteilen gibt, die international versenden. Ich hätte mir diese Teile also problemlos über Ebay bestellen können. Außerdem wären es dann nicht teure Originalteile gewesen, sondern andere, die die gleiche Funktion erfüllen. Und - ich hätte alles viel schneller erhalten.

Dies war in mancher Hinsicht,  auch was die nervliche Belastung betrifft –„teures Lehrgeld“, wie ein altes Sprichwort sagt; oder – „ hinterher ist man immer schlauer“.

Die AVD-Mitarbeiter haben sich sicherlich bemüht, doch im Grunde hatten sie keine Ahnung, wie solch ein Notruf zu handhaben ist. – Wer weiß: Wenn ich ihnen die landesinternen Hinweise und die Möglichkeit mit DHL zu versenden nicht gegeben hätte, - vielleicht säßen wir jetzt noch immer in San Miguel fest.