Badlands

 

    

   

5. Juni 2014  -   Badlands-Nationalpark, South Dakota

Die „Badlands“ tragen ihren Namen aus landwirtschaftlicher Sicht nur zu Recht: Dieses Land ist ein ursprünglicher Meeresboden, der kein Wasser zu speichern vermag. Durch jeden Regenguss werden Sedimentschichten abgetragen, ausgespült, so dass ursprüngliche Hochebenen im Laufe der Zeit zur Tiefebene werden, nur um irgendwann das Spiel von vorn zu beginnen, diese Tiefebene sich also als Hochebene wiederfindet usw... Siedler fanden hier einfach keine längerfristige Lebensgrundlage. Heute ist dieser Nationalpark mit seinen schroffen Ausformungen und den grasbewachsenen Hochebenen eine beliebte touristische Attraktion. Jede Kurve, jeder Abgrund ermöglicht einen anderen, phantasievollen Anblick, der je nach Tageszeit und Sonnenstand in den verschiedensten Gold-und Rottönen erstrahlt.

Den ganzen Tag über steht die Sonne nahezu senkrecht am Himmel und es ist so heiß, das wir uns nicht aus dem Schatten unseres Womos heraustrauen. Erst am frühen Abend wagen wir eine Klettertour und genießen mit einer Handvoll Gleichgesinnten den Sonnenuntergang.

 

 

In der Nacht zieht ein Gewitter auf und die Temperaturen kühlen bis zum nächsten Morgen merklich ab. Dies stört uns aber nicht weiter, da wir ohnehin mit dem Womo einige Ziele im NP ansteuern wollen. Am Nachmittag erreichen wir ein Plateau, wo Bisons in ihrem natürlichen Refugium zu beobachten sind. Wir können sie zunächst nur in einiger Entfernung ausmachen und beschließen, auf dem Parkplatz eine Teepause einzulegen. Etwa 2 Stunden später bemerken wir, dass sich die Herde langsam unserem Standort nähert. Und dann geht alles ganz schnell: Ein gewaltiges Leittier überquert vor uns die Straße und blickt erwartungsvoll in Richtung seiner Herde. Kurz darauf folgt diese – zunächst etwas zögerlich, denn inzwischen behindern hinzugekommene Fahrzeuge den Übergang. Doch dann kommt Bewegung in die Herde. In donnerndem Galopp geht es vor und hinter unserem Womo dem Leitbullen hinterher. Grasbüschel fliegen in die Luft, Sandboden staubt hoch, es riecht intensiv nach Rind. Muttertiere flankieren zu zweit ihre Kälber; Jungtiere im Teenageralter tollen miteinander, probieren ihre Kräfte aneinander oder springen einfach nur mit allen vieren gleichzeitig in die Luft. Es ist ein Schauspiel der Extraklasse, was diese kraftvollen, so ursprünglichen Tiere hier bieten, die reine Naturgewalt und dennoch friedlich.

Mir persönlich tut es in der Seele weh, wie oft diesen großen „Fellknäueln“ im Laufe der Jahrhunderte nach dem Leben getrachtet wurde: Anfangs trieben die Indianer (wie übrigens alle Steinzeitvölker) ganze Herden an geeigneter Stelle über einen Berghang in den Abgrund , sie töteten so viele Tiere, wie sie zum Überleben brauchten. Aber ab Mitte des 19. Jhs kamen Büffeljäger und erschossen ganze Herden, nur um an ihr Fell zu gelangen. Außerdem wurden die Tiere aus purem Vergnügen abgeschossen. Über viele Quadratkilometer lagen die Kadaver verstreut und dienten nur den Aasfressern als Festmahl.

Eines Tages stellte man fast verblüfft fest, dass es kaum noch Bisons gab. Es war also fast gelungen, diese Spezies auszurotten, aber glücklicherweise nur fast. Nun wurden Schutzzonen, Bioreservate eingerichtet, in denen die Population wieder wachsen kann und Ranger den Bestand kontrollieren.

Heute erfreuen wir uns mit vielen anderen Besuchern hier im Badland-Nationalpark einfach nur über den Anblick der Bisons in ihrem natürlichen Umfeld.

Es bleibt für uns ein unvergessliches Erlebnis.