Crazy Horse Monument

8. Juni 2014  -  Crazy-Horse-Monument

Nach einer Fahrt durch die Black-Hills erreichen wir heute das in der Nähe von Rapid City gelegene „Crazy-Horse –Monument“, ein über 40 m hohes in den Fels geschlagenes Denkmal eines Sioux-Häuptlings, das bis heute seiner Vollendung harrt.

 

1948 übernahm ein Baumeister, der seinerzeit zuvor am Mount Rushmore mitgearbeitet hatte, den Auftrag auch den Indianern ein Denkmal zu schaffen. Bis zu seinem Tode im Jahr 1982 hatte er  - fast ausschließlich in Eigenleistung – alleine den Kopf von „Crazy Horse“ geschaffen. Seine 20 Jahre jüngere Frau hatte ihm in dieser Zeit 10 Kinder geboren, die ebenfalls in entsprechendem Alter in dieses Projekt mit eingebunden waren.

Noch heute sind fünf von ihnen federführend an der Fortführung dieser Lebensaufgabe beteiligt und möchten den Traum ihres Vaters gerne verwirklicht sehen. Ob und wann dies tatsächlich geschieht, vermag wohl niemand zu sagen; Doch der ungeheure Einsatz dieser Familie berührt uns sehr.

Am Fuße des Monuments erwartet uns eine große Ausstellung rings um das Leben der Sioux und seines berühmten Häuptlings; Dabei werden auch die Konflikte und Kriege mit den „Weißen“ thematisiert, die fast immer die Folge von Vertragsbrüchen seitens der Siedler, Glückssucher und letztendlich der amerikanischen Regierung war. Die Indianer hatten ein anderes Verständnis vom Land, das sie ernährte: Es war niemandes persönlicher Besitz. Und nun kamen Fremde, die Teile ihres Jagd- und Anbaugebietes besetzten und jahrhundertealte Traditionen missachteten, ihre Familien und Stämme vertrieben oder töteten. Sie kämpften im wahrsten Sinne um ihr Leben, um ihre Existenz, was aber, traurigerweise , wie wir alle wissen – zum Scheitern verurteilt war.

Die berühmte Schlacht am „Little Big Horn“ war die einzige bedeutende, in der die Indianer den Sieg davontrugen. Doch die Freude darüber währte nicht lange, denn die US-Army mit ihrer waffentechnischen Überlegenheit übte gnadenlose Rache. Noch 15 Jahre später konnte ein Armeetrupp bei „Wounded Knee“ und vor allem wehrlose Frauen, Kinder und Alte niedermetzeln, ohne dass der verantwortliche Offizier zur Rechenschaft gezogen wurde. Im Gegenteil, er machte anschließend Karriere.

  

 

 

Heute sind die Indianer mit einem Prozentsatz (ca. 3 Millionen) eine Minderheit im eigenen Land. Nur wenige schaffen den Weg über eine bessere Bildung in den Mittelstand oder darüber hinaus. Viele sind alkohol- oder drogenabhängig und haben keine Perspektive für ihr Leben. Reservate, die wir durchfahren haben, machen die Trostlosigkeit unübersehbar.

Eine sehr deprimierende Situation, auch für uns die wir dies nur als Gäste wahrnehmen. Wir können nur hoffen, dass sich dies einmal ändert.