Granite Falls - Montrose

1.Juni 2014  Granite Falls

 

 

 

Der geneigte Leser wird es nachvollziehen können, dass wir uns auf der kleinen, allseits umfahrenen Ausnahmeparzelle  auf Michaels CP nun doch nicht so wohlgefühlt haben. So sind wir denn am nächsten Morgen weitergefahren und haben nur etwa 40 km weiter in Granite Falls einen tollen Platz entdeckt. Dieser liegt in einem Sioux-Reservat und gehört zu einem Casino-Resort. Der CP ist sowohl von seinen Sanitäreinrichtungen als auch vom Platz selber äußerst sauber und gepflegt. Er bietet W-Lan und hat einen Waschsalon, in dem wir für nur 2,50 $ unsere Wäsche waschen und trocknen lassen können. Für unglaubliche 19 Dollar können wir uns dieser Annehmlichkeiten erfreuen und buchen gleich mal für zwei Nächte.

Da wir all die Nächte zuvor meist bis an das Doppelte bezahlen mussten, aber nie unter 25 Dollar, kommt man nun doch ein wenig ins Grübeln. Erst nachdem wir einige Infos zum Platz und seinem erweiterten Angebot bekommen, wird klar, dass dieser Platz eigentlich nur eine Draufgabe zum Casino-Resort ist und sich wohl hauptsächlich über das Spielcasino finanziert. Dazu muss man wissen, dass die Regierung in den meisten Bundesstaaten das Glücksspiel verboten hat, abers die Indianerreservate diesem Verbot nicht unterliegen. Das wiederum hat dazu geführt, dass die Indianer hier für sich eine profitable Einnahmequelle gefunden und vielerorts Spielcasinos, oft mit allem Drum und Dran an Wellness, Unterhaltung und Übernachtung - eröffnet haben. Die Amerikaner sind nun ihrerseits froh, hier eine Nische für ihre Spielleidenschaft  zu finden und nehmen auch auf dem Campground gerne einen Platz für ihre großen Trailer und Wohnmobile in Anspruch. Ein kostenloser Shuttleservice bringt sie von hier in das 800 m entfernte Resort und zurück. „No sports, please“, wie Churchill einst sagte, oder: Warum laufen, wenn man auch fahren kann??? (Na ja, der Rücktransport wär ja vielleicht noch nachvollziehbar).

Dessen ungeachtet: Wir gehen nicht ins Casino; Denn- Die Bank gewinnt bekanntlich immer.

Wir genießen den Platz einfach so -  und das unser Wäschefach wieder leer ist – und das wir unsere Webseite ein wenig ordnen können – und dass wir sogar mit unseren Kindern eine gute Skypeverbindung bekommen haben -  und Muße für uns selber finden konnten.

   

Am 3. Juni reisen wir weiter über Sioux- Falls und erreichen nach 278 Tageskilometern einen kleinen, guten und günstigen CP in einem hübschen Dorf namens Montrose. Hier haben wir den ganzen Platz für uns und checken uns selber ein. Dazu werden ein ausgehängtes Anmeldeformular ausgefüllt, 15$ in den beigefügten Umschlag gelegt und das Ganze in den Briefkasten gesteckt. Am nächsten Morgen kommt dann meist jemand, der alles überprüft, und so funktioniert diese auf Vertrauen ausgelegte Methode auch hier ganz prima und hoffentlich noch lange.

 

 

 

 

Dieser Ort hebt sich wohltuend ab vonder Monotonie der meisten Dörfer, durch die wir reisten: ebenerdige, weiße Holzhäuser, riesige Rasenflächen, die nicht benutzt werden, große Rasenmähertrecker und alles an einer Straße entlang.