Sault Ste Marie

Sault Ste Marie, Michigan – 26. Mai 2014-05-29

Wir hatten die US-Grenze also passiert, im nächsten Infocenter umfangreiche Infos und Kartenmaterial über die vor uns liegende Reiseroute erhalten und anschließend noch Einkäufe erledigt. Darüber war es wieder einmal 16.00 Uhr am Nachmittag geworden und zudem an die 27 Grad, so dass wir beschlossen einen CP vor Ort, also auf der amerikanischen Seite von Sault Ste Marie  - aufzusuchen. Das erwies sich hier nun tatsächlich als glückliche Entscheidung, denn der Platz am Fluss war nicht nicht nur von seiner Lage her wunderschön,  sondern auch von seiner Aufteilung großzügig und sauber.

Wir bekamen einen Platz direkt am Ufer. Nach einem frühen Abendessen genossen wir gerade unseren Tee, als unser Nachbar zur Rechten mit einem riesigen (na ja, langsam gewöhnt man sich dran) Womo einparkte. Eh wir es uns versahen, war ein Paar mittleren Alters ausgestiegen, klopfte bei uns an und stellte sich als  Nancy und Joe aus Sitka in Alaska vor. Die beiden hatten sich schon am Empfang über das kleine, blaue Fahrzeug in der ihnen bisher bekannten Riege gewundert und waren nun noch erstaunter, als sie unsere Geschichte hörten.

 Das Wundern ist für uns nun fast schon nicht mehr wunderlich, wenn wir bedenken, wie oft dies schon der Fall war. Im Nachhinein ist uns klar geworden, warum: Die wenigen Traveller, die ihr Fahrzeug nach Halifax verschiffen, haben entweder große Offroad-Wohnmobile mit der Absicht, mehr die unwägbaren Gebiete Kanadas zu erkunden, oder sie sind mit normalen, straßentauglichen, aber weitaus größeren Wohnmobilen in Richtung Alaska unterwegs, meist um die Panamericana komplett zu erfahren.  Für beide Gruppen aber fällt dadurch der mittlere Westen heraus, den wir auf unserer Reise durchqueren. Zudem ist dieser Landstrich mit seinem mittelgebirgsähnlichen Charakter für Europäer nicht von sonderlich touristischem Interesse. Er dient in erster Linie den Einheimischen zur Erholung.

Alaska  - nun -  lag und liegt bisher nicht in unserer Planung, ABER: Wir haben jetzt eine ernsthafte Einladung, eben nach Sitka. – Nancy und Joe haben ganz ungezwungen den Kontakt zu uns aufgenommen und uns  - nicht nur an jenem Abend – im Kreis ihrer Familie willkommen geheißen. Wir durften ihren Bruder (aus Kalifornien) und dessen Tochter (aus Seattle) und ihre liebe Mom  (eben aus Sault Ste. Marie) kennenlernen und haben den sehr interessanten, z.T. recht persönlichen und auch mal wieder lustigen Austausch mit ihnen sehr genossen. Leute, auch ihr werdet in unserer Erinnerung bleiben, und eure Adresse in Alaska ist sicher verstaut: Man weiß ja nie…..

Am nächsten Morgen haben wir uns - nicht ganz so leicht - voneinander verabschiedet. Für Nancy und Joe ging es heimwärts  in den hohen Norden -und für uns weiter in Richtung Westen. Zuvor aber besuchten wir noch die örtliche Schleusenanlage (Link), die die Schiffspassage zwischen dem Lake Superior (http://de.wikipedia.org/wiki/Oberer_See) und dem Huronsee ermöglicht. Frachtschiffe mit einer Länge von über 300 m können hier geschleust werden und ermöglichen den Seeverkehr zwischen dem Atlantik und weit im Inland liegenden Häfen. Bemerkenswert, dass es bereit im 18. Jahrhundert eine erste Schleuse gegeben hat, die den Handel von Indianern und Trappern erleichterte.

Bei strahlendem Sonnenschein mit 26 Grad im Schatten setzen wir unsere Reise fort...