Chief Joseph - Craters of the moon

30. Juni 2014 Chief-Joseph-Scenic – Highway - Crater of the Moon

Als die Europäer den amerikanischen Kontinent immer weiter besiedelten, wurden die Indianer in Reservate umgesiedelt, die meist auf unbrauchbarem Boden lagen und ihre Lebensbedingungen erheblich beeinträchtigten. Verschiedene Häuptlinge erkannten die Absicht dahinter –Aneignung ihres Landes - und suchten Verbündete bei anderen Stämmen. Sie erhoben sich immer wieder – auch infolge nicht eingehaltener Verträge – gegen die Einheiten der US-Armee. Diese hatten allerdings die besseren Waffen, waren ihnen zahlenmäßig überlegen und schreckten auch nicht davor zurück in überfallartigen Aktionen auch Frauen, Kinder und Alte zu töten. So sah einer der berühmten Häuptlinge – Chief Joseph – für seine Nez Perce Indianer nur noch den Ausweg in die Flucht Richtung Kanada.

Der nach ihm benannte Scenic-Highway  - zwischen dem Beartothpass im Nordosten des Yellowstone und Cody im Osten - erzählt auf Tafeln an den verschiedenen Stationen die Geschichte seiner Flucht durch dieses unwegsame Gelände.

Wir haben es heute leicht, dieses Gebirge zu bereisen, und bestaunen nicht nur ihre schroffe Schönheit, sondern auch die Leistung der Nez-Perce, ihren Stamm mit all seinen schwachen und erschöpften Menschen durch derartige Schluchten und steile Höhen zu bringen.

 

 

 

Noch einmal geht es anschließend durch den Yellowstone von Ost nach Süd über das Grand-Tetongebirge durch den Wintersportort „Jacksons Hole“ bis in den Süden des Staates Idaho.

 

Nach den überwiegend alpinen Bereichen der letzten Tage erleben wir jetzt ein anderes Extrem: Eine komplette Tagesreise führt uns bei bis zu 39 Grad im Schatten auf schnurgeraden Straßen durch die baumlose Steppe Idahos, bis sich diese bis zum frühen Abend in eine Mondlandschaft verwandelt.

 

 

Soweit das Auge reicht: Nur dunkles Vulkangestein, spärlicher Strauchbewuchs hier und da und abgesehen von einer Forschungseinrichtung der USA (hier wurden übrigens die Astronauten für die Mondlandung vorbereitet)– kein Anzeichen menschlicher Besiedlung.

 

 

Es erscheint uns aufgrund der Länge unserer heutigen Tagesetappe und der offensichtlichen Dimensionen dieses Gebietes, als wären wir tatsächlich auf einem anderen Planeten gelandet. Fast genauso unwirklich erscheint uns die Tatsache, hier eine Rangerstation, ein Visitorcenter und gar einen Campground vorzufinden. Obwohl es hier keinen Schatten gibt und die Sonne  unser Wohnmobil tagsüber in einen Backofen verwandelt, bleiben wir für zwei Nächte in dieser spektakulären Umgebung. Am frühen Abend und am Morgen ist es erträglich, auf den asphaltierten Rundwegen diesen Vulkanpark zu erkunden. Erkaltete Lavamassen in den verschiedensten Formen geben uns heute eine Vorstellung von der ungeheuren Kraft der Eruptionen und die kleinen Sämlinge die erst nach so vielen Jahren Fuß fassen, stellen unser Zeitgefühl infrage.

Das alles auf einer schier unfassbaren Fläche hinterlässt bei uns einen starken Eindruck.