Rockaway Beach - Crater Lake

3. August 2014  -  Rockaway Beach bis Crater Lake

In Rockaway-Beach genießen wir es, nicht jeden Tag aufs neue nach einem Schlafplatz suchen zu müssen, der zudem noch soviel Sonnenlicht bietet, dass unsere Solarzellen aufgeladen werden und unsere Womo-Stromversorgung gewährleistet ist. Zudem gibt es hier heiße Duschen und endlich mal wieder eine richtig gute Internetverbindung. So können wir unsere Fotos hochladen, mit anwesenden Angehörigen und Freunden skypen und nicht zuletzt – uns auf den aktuellen Stand des Weltgeschehens bringen.

Zwischendurch gehen wir den langen Strand entlang,  spüren den weichen Sand unter den Füßen und die Rillen, die die Dünung des Ozeans formt. Gegen Nachmittag verzieht sich der übliche Pazifiknebel und gibt dann den Blick frei auf die beiden Felsen und einen schier endlosen Horizont bis dorthin, wo der Himmel das Meer küsst. Mit ein paar anderen Urlaubern bestaunen wir den Sonnenuntergang und am Sonnabend ist sogar ein Brautpaar dabei – beide barfuß und sie im langen weißen Kleid.

 

Wir erkunden den kleinen Ort mit seinen bunten Läden und steigen die Hügel hinauf zum Aussichtspunkt. Dann kommen wir mit einem 70 jährigen Polizisten ins Gespräch. Er erzählt uns von seiner Arbeit und dass er lange genug den „gefährlichen Jungs“ nachgejagt sei und nun lieber hier seinen Dienst versehe. Wir erfahren, dass er fünfzig Jahre verheiratet ist, immer noch mit derselben Lady, und immer noch glücklich und dass die Liebe etwas ganz Besonderes ist; wobei wir ihm nur zustimmen können. Als wir später Hand in Hand zum RV-Platz zurückschlendern, holt er uns mit dem Polizeiwagen ein. Er stoppt und meint dann lächelnd er hätte etwas vergessen: Liebespaare wie wir würden von ihm eine Auszeichnung bekommen; sagt´s und reicht uns ein Polizeiabzeichen von Rockaway-Beach. Na klar, es ist ein Gag, jedoch der Gedanke dahinter ist geprägt von warmherziger Anteilnahme und Menschenkenntnis. Und so verabschieden wir uns gegenseitig mit den besten Wünschen und werden auch diese Begegnung mit uns tragen.

 

 

Eine einwöchige Reisepause an der Pazifikküste hat uns erfrischt und die Sinne befreit für neue Eindrücke. Und so brechen wir am Sonntag auf zu neuen Ufern, zunächst einmal zu denen, an denen wir Wale, Seelöwen und Kormorane beobachten. Bei Reedsport führt uns ein Abstecher landeinwärts zum Crater-Lake-Nationalpark. Schon nach knapp 100 km macht sich der Wechsel vom Pazifischen zum Landklima bemerkbar, denn die Temperatur steigt gleich mal wieder von 20 auf 32 Grad. Daran ändert anschließend nur die jeweilige Höhenlage etwas und so kommt es, dass in der einen Nacht die dünne Zudecke reicht und in der nächsten wieder einmal die dicke Decke hervorgezogen werden sein will.

Der Crater-Lake ist, wie der Name schon sagt, ein ursprünglicher Vulkan, der sich vor 7500 Jahren nach einer gigantischen Eruption zu einem See entwickelte. Heute führt auf einer Länge von etwa 50 km eine gut ausgebaute Touristenstraße auf dem Kraterrand von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt und lässt uns so auch dieses Naturwunder in Augenschein nehmen.

Auf Höhe des Bootsanlegers ist ein Parkplatz. Von hier gelangt man über einen zwei Kilometer langen Fußweg über Serpentinen  250 m in die Tiefe bis zum Ufer des Sees. Für uns ist es ein angenehmer Spaziergang, liegt doch der größte Teil des Weges im Schatten hoher Nadelbäume, und am Ende wartet ein Fußbad im eiskalten, klaren Wasser. Mutigen jungen Leuten hingegen reicht das nicht; Sie üben sich im Klippenspringen - und wir schauen ihnen gemeinsam mit anderen lieber bei ihren mehr oder weniger eleganten Versuchen zu.

 

  

 

 

 

 

 

 

Am Ende des Tages finden wir (wieder einmal) keinen Platz mehr im NP und landen so ca. 30 km außerhalb auf einem Campground am Diamond Lake.

Weil dieser Platz zwar am See liegt, aber kein einziger Stellplatz einen Blick darauf hat, fahren wir am nächsten Morgen zum Frühstück auf den dazugehörigen Tagesparkplatz; Der liegt nämlich direkt am Ufer des Sees. Als wir gerade unser Frühstück beendet haben, spricht uns ein Motorradfahrer durch die offene Schiebtür an. Es stellt sich heraus, er ist auch ein Langzeitreisender. Oliver, ein junger Elsässer, folgt unserer Einladung zum Frühstück und erzählt uns von seiner bisherigen Reise und dem geplanten Verlauf.  Oliver hat von seiner Firma (in D) ein einjähriges Sabbatical bekommen und ist im Begriff die Panamericana zu bereisen. Genau wie wir ist er seit Mai unterwegs, jedoch in Montreal gestartet, wohin er auch seine BMW verfrachtet hat. Über eine Stunde lang tauschen wir unsere bisherigen Erfahrungen aus und entdecken dabei so einige Gemeinsamkeiten.

Wer weiß: Vielleicht sehen wir uns ja noch einmal.

Nach dem Abschied ziehen wir weiter – nun wieder nach Westen - und finden am Abend hinter Medford einen einsamen Platz in den Bergen.