Yellowstone -West und Beartoothpass

24. Juni 2014  -  Yellowstone Westeingang  - Crazy Creek – Beartoothpass  - Laurel

 

Eine ruhige Nacht auf dem Palisades-Campground macht uns nun neugierig auf den Westzugang des Yellowstone. Dichte Nadelwälder wechseln sich ab mit Täler und Wiesen, Bäche und Flüsse glitzern im Sonnenlicht. Durch den Ort Yellowstone fahren wir in Richtung „Old Faithful“ und stoppen zunächst am „Lower Geyser Basin“.

 

 

Es ist später Vormittag und  - au wei – der Parkplatz brechend voll und die Rundreisebusse warten schon blinkend am Fahrbahnrand. Wir parken mit einem anderen PKW gemeinsam ganz eng an der Einfahrt, grad so dass niemand behindert wird, und machen uns mit einem nicht ganz so behaglichen Gefühl an den Rundkurs auf diesem Gelände. Hier sind es in erster Linie die farbenfrohen Becken, die das heiße Wasser aus dem Gestein mit seinen verschiedenen Sedimenten geschaffen hat. In wunderschönen Grün- und Blautönen leuchten die Seen inmitten des weißen Kalkgesteins - und bunte Blumen, die dieses Klima lieben – setzen bunte Farbtupfer. Eine halbe Stunde später räumen wir den knappen Parkraum und begeben uns zur Hauptattraktion des  Yellowstoneparks, dem berühmten Geysir „Old Faithful“. Auf einer Strecke von etwa fünf Kilometern wird bereits großräumig zu den Parkplätzen geleitet. Selbstverständlich werden auch die LKW-gleichen Trailer (10 -12 m –Gespanne von Pickups mit aufgesetztem Wohnanhänger) mit berücksichtigt. Wir kommen aber locker mit den PKW-Plätzen hin und erwischen einen fast direkt vor dem Besucherzentrum. Gleich im Eingang weist eine Tafel auf die Uhrzeit der voraussichtlichen Eruption des  Old Faithful hin und wir haben ein Gefühl -  ähnlich wie in einer Show, wo der nächste Auftritt angekündigt wird. Durch eine große Glastür geht es raus aus den klimatisierten Räumen über ausgeschilderte Wege und zu dem Geysir. Hunderte von Touristen aus aller Welt warten hier in der prallen Sonne auf den atriumförmig aufgestellten langen Bänken und nur wenige verkrümeln sich (wie wir) auf 20 m Abstand in den Schatten einiger alter Bäume. Wir warten etwa eine Viertelstunde und dann beginnt es plötzlich zu dampfen. Der Dampf verstärkt sich und schon schießt eine heiße Fontäne etwa zehn Meter in die Höhe. Um uns herum ist alles am Kreischen und überall werden Kameras aller Art, Mobilphone und Tablets in die Höhe gehalten. Nach etwa fünf Minuten ist der ganze Spuk vorbei und die Menge klatscht aus lauter Freude über dieses Naturschauspiel und zerstreut sich bald darauf in alle Richtungen. Auch wir entschließen uns nun zu einem 2 km langen Rundgang, der über Stege und Holzwege durch eine natürliche Parklandschaft zu weiteren wunderschönen Basins mit heißen Quellen führt.

 

Es ist später Nachmittag als wir den Park verlassen und hinter dem Westeingang unser Nachtlager aufschlagen.

Am nächsten Morgen fahren wir wieder die fünfzig Kilometer zum Old Faithful, um uns hier noch andere Geysire anzuschauen. Anschließend entscheiden wir uns für den noch unbekannten Nordostzugang und finden hier auf einer Passhöhe einen wunderschönen kleinen Campground im National Forest mit den Namen „Crazy Creek“. Hier gibt es nur 15 Plätze, von denen noch vier frei sind - und für mich die Hoffnung, vielleicht doch noch einen Grizzlybären zu Gesicht zu bekommen.

Wir bleiben 2 Tage und Nächte hier, lernen einen netten Sheriff im Ruhestand, ein Paar mit niederländischen Wurzeln (verstaant een bitje Platt) und ein Lehrerehepaar im Ruhestand (Platzverwalter für den Sommer hier)kennen. Der Sheriff setzt sich zu uns ins Womo und erzählt viel Interessantes aus seinem Leben, von seiner Arbeit, vom Land und der Politik und wir können ihm Löcher in den Bauch fragen über all das, was uns bisher rätselhaft und unverständlich war. Die beiden Lehrer erzählen uns von ihrer früheren Arbeit und von der hier im Auftrag des National Forest. Wenn sie mal einkaufen müssen, bleibt ihnen nur die Fahrt ins 80 km entfernte Cody. (Und da bedauert man uns schon daheim wegen 10 km!) Aber hier ist das wohl normal. Die beiden sind begeisterte Naturfans  und lieben ihre Zeitarbeit hier. An einem Nachmittag machen sie uns auf einem Aussichtspunkt auf Bighorns und Weißkopfadler aufmerksam.

Am Abend entzünden wir unter viel Gequalme (es hatte in der Nacht zuvor geregnet) unser erstes Campfeuer und packen anschließend ein paar als Steaks betitelte Filets auf den Grill, die sich dann aber als „Kasseler“ entpuppen. Welch ein Witzbold hat sich denn sowas ausgedacht??

Also gibt es halt leicht angebräunte Kasseler zum Salat und geschmeckt hat es tatsächlich auch noch.

 

 

 

 

Am dritten Tag verabschieden wir uns und fahren auf Anraten über den „Beartooth-Scenic-Highway“, eine 3300 m hohen Passstrasse mit wahrhaft atemberaubenden Ausblicken. Wir erleben die verschiedenen Vegetationsstufen von den dicht bewachsenen Hängen, hier quert ein Kojote vor uns die Straße , über die lichteren Nadelwälder bis zu den bemoosten und vereisten Höhen. Hier tummeln sich noch Wintersportler, die mit ihren Skiern und Snowboards die Hänge runterrasen, und ein paar waghalsige Jungs sorgen für Nervenkitzel,  als sie mit ihrem Snowmobil (Motorschlitten) einen Steilhang von etwa 70 Grad hinauffahren. An der nächsten Kurve ist davon nichts mehr zu hören oder zu sehen. Die Stille der Berge wird nur noch durch einzelne Automotoren unterbrochen.

 

Unten im Tal erledigen wir unsere Einkäufe in einem Ort mit Namen Laurel (Montana) und übernachten auf einem Aussichtspunkt an einem Stausee.