Bryce Canyon

 

22. September 2014, Bryce Canyon

Wir haben einen Tipp bekommen: Eine einsame Landschaft (wie in der Lüneburger Heide) beschert uns kurz vor dem Nationalpark ein paar wunderbar ruhige Nächte und macht uns bereit für das nächste Highlight: Bryce Canyon, ein Lichtbad in warmen Farben, ein Feuerwerk an Formen und Figuren – ein Jahrmarkt für die Augen. Vage waren unsere Vorstellungen von bizarren Sandsteinformationen und so verschlug uns die Realität mal wieder den Atem.

Am späten Nachmittag begeben wir uns vom Sunset-Point aus auf den „Navajo-Trail, einen drei Kilometer kurzen Rundweg, der in Serpentinen die Schlucht hinunter und wieder hinaufführt. Wie in einem Kessel umgeben uns die Felswände, reflektieren das Sonnenlicht in allen Rot- und Gelbtönen, zaubern Schattenspiele und erwecken Fantasie- und Fabelwesen zum Leben. Ja, wir fühlen uns wirklich wie in einem Märchenland. Langsam und staunend gehen wir am Grund des Canyons durch einen Naturgarten, mit einzelnen Nadelbäumen, immergrünen Sträuchern, harmonisch „platzierten“ Felsen und abgestorbenen Baumstämmen, um am Ende - den ockerfarbenen Wänden ganz nah – wieder nach oben zu gelangen. Ein letzter Blick über diese steinerne Wunderwelt, die gerade noch einmal von der Abendsonne liebkost wird, und dann ziehen auch wir uns für heute zurück.

Am nächsten Tag wagen wir einen noch längeren Weg in den nun mehr heißen Canyon und fragen uns später an den anderen Aussichtspunkten: Ist das hier oben ein mittelalterlicher Kaufmann, dort drüben die Notre Dame und weiter rechts vielleicht die Kakaokatze unserer Kindheit?

Ja, man könnte ohne weiteres noch eine ganze Weile weiterträumen.