Death Valley

7. November 2014, Death Valley

 

Ja, das Death Valley stand eigentlich gar nicht so auf unserer Favoritenliste;  als wir das erste Mal in der Nähe waren, war es Hochsommer mit Temperaturen um die 50 Grad Celsius und da konnte uns die vermeintlich langweilige Ebene des „Tal des Todes“ erst recht nicht reizen. Doch jetzt ist November und angenehme 25 – 30 Grad Celsius locken uns hinaus in diesen Nationalpark.

Als 1849 zur Zeit des großen Goldrausches in Kalifornien ein Wagenzug hier eine Abkürzung suchte, endete dies in einer Katastrophe: Die Menschen verhungerten und verdursteten und lediglich ein einzelner Wagen kam durch. Einer der Überlebenden drehte sich um mit den Worten: „Auf Wiedersehen Death Valley“. So war nach dieser Überlieferung der Name des Tales geboren.

Die heutigen Besucher sind von dieser Not weit entfernt, denn gut markierte Asphaltstraßen führen durch den Park und im Zentrum bietet eine künstlich geschaffene Oase alle Annehmlichkeiten, die das Herz begehrt. Da gibt es Hotels, Restaurants, mehrere Wohnmobil- und Campingplätze, jede Menge Einkaufmöglichkeiten und – nicht zu vergessen – eine Tankstelle mit der Umgebung angepassten Mondpreisen. Aber wer seinen Tank nicht vorher vollgetankt hat, wird froh darüber sein, denn es gibt hier Strecken, wo sich auf 70 Meilen keinerlei Service mehr findet.

Interessant war für uns die Entdeckung, dass es sich beim Death Valley Nationalpark nicht im eigentlichen Sinne ausschließlich um ein – Tal – handelt. Gleich nach dem Südeingang geht es zunächst einmal die Berge hoch bis auf 1500 Meter. Bei „Dantes View“ eröffnet sich ein Panorama, das seinesgleichen sucht: Ein in die Länge gezogener Salzsee erstreckt sich in kaum fassbaren Dimensionen zwischen den schroffen, kahlen Gebirgszügen; glitzert in der Sonne und erweckt wider besseres Wissen die Illusion eines zugefrorenen, verschneiten Sees. Einfach atemberaubend! Wir wandern den Grat entlang und genießen eine ganze Weile diese wunderbare Vogelperspektive, bevor wir uns abwärts wenden, zu den „Ufern“ des Sees.

 

Für uns ist dies die erste Begegnung mit einem Salzsee und so ist es doch trotz des theoretischen Wissens eine wundersame Erfahrung, auf diesem See gehen zu können. Eine vielleicht 30 Zentimeter dicke Salzschicht macht dies  möglich, und sie trägt sogar unseren „Käptn“.

Am nächsten Tag erkunden wir auf dem „Artist Palette Drive“ die verschieden geologischen Schichtungen dieser Region. Ein 15 km langer Weg führt uns auf und ab durch eine felsige Hügellandschaft, die durch die unterschiedlichen Mineralien und im Sonnenlicht wie eine Farbpalette erstrahlen.

Eine weitere Überraschung erwartet uns bei den Sanddünen. Meilenweit nichts als dunkler Fels und graues Gestein und dann ganz plötzlich eine inselgleiche, riesige Fläche an leuchtend gelbem Sand.

Wir fühlen uns ja glatt ein bisschen wie bei uns daheim an der Küste, doch wo zum Kuckuck ist das Meer?

Unser Resümee nach drei Tagen Death Valley: Auch wenn dies nicht unser Lieblingspark werden wird: Wir wurden wieder einmal positiv überrascht. Die vielen Formen und Farben, die Weite des Salzsees, die besondere Stille und nicht zuletzt die bewusste Wahrnehmung dieser im Grunde genommen lebensfeindlichen Umgebung machten diesen Ausflug zu einer faszinierenden Erfahrung.