Petrified Forest

28. Oktober 2014 – Jungfernfahrt mit neuer Kupplung in den Petrified Forest

Gegen Mittag kommen wir los von Payson. Ein seltsames Gefühl, die Strecke unserer täglichen Fußwege nun mit dem „Käptn“ zu fahren. Vorbei am so bekannten RV-Platz (wohin wir in Gedanken noch ein paar Grüße senden) brechen wir auf zu neuen Ufern, bzw. in Richtung Petrified Forest, unserem Zielpunkt vor zwei Wochen. Unsere Erwartungen sind nicht hoch, was diesen Park betrifft; doch wir hoffen auf ein wenig Ruhe in weiter Landschaft und nutzen die Zeit, wieder in den relaxten Reiserhythmus zu kommen. Die 200 km lange Strecke bis zum Nordeingang des Parks ist abwechslungsreich: Kiefernwälder, Hochebenen mit Wacholder und Steppenlandschaft bis zum Horizont. Als wir den Nordeingang erreichen, ist es bereits 17.00 Uhr und wir erhalten die Ermahnung, ohne Stopp durchzufahren, weil die Eingänge um 18.00 Uhr geschlossen werden. Na schön, wir haben ohnehin gerade festgestellt, dass die Koordinaten für unseren Übernachtungsplatz am anderen Ende liegen. Nach gut 20 Meilen und zwei Stopps haben wir einen ersten Eindruck vom Park gewonnen und sind trotzdem rechtzeitig am unteren Ausgang wieder raus. Gleich hier um die Ecke gibt es einen einfachen Campground, der zu dieser Jahreszeit nur von einer Handvoll Besuchern frequentiert wird. Hier ist es wieder wunderbar still, so still, dass man seinen eigenen Herzschlag hören kann. Bei zunehmendem Mond und klarem Sternenhimmel genießen wir das Ende des ersten Tages in Freiheit.

Am nächsten Morgen aber reizt uns der „Petrified Forest“, der versteinerte Wald. Im Visitorzentrum erhalten wir schon mal erste Informationen: Vor über 200 Millionen von Jahren (im Trias) war hier in diesem Teil des Landes ein Regenwald mit all seiner üppigen Flora und Fauna. Es wurden eine ganze Reihe von Reptilien- und Saurierknochen gefunden, aber eben auch – und das ist hier das Besondere – ganze versteinerte Baumstämme. Wir sehen Stämme so groß wie im Redwood-Nationalpark, nur liegen diese hier am Boden und haben den erstaunlichen Prozess der Verwandlung vom Holz zu Stein vollzogen. Die Urgewalt der Elemente hat ganze Arbeit geleistet; unseren Augen erkennen Rinde, kleine Holzfasern, Astlöcher, doch erst die Bruchkannten offenbaren die steinerne Realität, die oft in den schönsten Regenbogenfarben schimmert. Unsere Hände fahren über kühle, polierte, gläserne Oberflächen und machen das Unglaubliche erst fassbar; still bewegt registrieren wir die Berührung gleich einer Brücke - Millionen von Jahren zurück in die Urzeit.