Unterbrechung in D

17.November 2014-11-20

Anlässlich einer Familienfeier haben wir uns kurzfristig für eine Reiseunterbrechung entschieden. Sonntag früh versorgen wir unser Womo auf dem Campground „Las Vegas Bay“ (Lake Mead), als – oh Wunder - ein anderer Renault-Master direkt hinter uns hält: Er gehört einem jungen Paar aus Blumenau in Brasilien, die für ein Jahr durch die Amerikas reisen. Unversehens finden wir uns in einem fröhlichen Erfahrungsaustausch wieder, den wir leider aus Zeitgründen abbrechen müssen, mit der Hoffnung auf eine Fortsetzung beim nächsten Treffen.

Wir fahren „Käptn. Blaubär“ nach Las Vegas rein, wo ein behagliches Storage auf ihn wartet. Gegenüber ist eine Haltestelle der Stadtbusse, und die Linie 108 bringt uns zügig zum Flughafen. Der Sicherheitscheck besteht lediglich aus dem Durchleuchten unserer Taschen und unserer eigenen Wenigkeit. Nach einer 16 stündigen Reisezeit landen wir in Bremen und werden hier von Christian und Kathi abgeholt. Auch wenn es nur ein halbes Jahr war: Die Wiedersehensfreude ist groß.

Bei einem gemütlichen Essen werden erste Neuigkeiten ausgetauscht, bevor wir gestärkt die restlichen 100 km unseres Heimweges in Fraukes PKW (Danke, liebe Frauke für die Leihgabe!) antreten. Dies stellt sich unerwarteterweise  als etwas problematisch heraus, denn wir sind seit 30 Stunden unterwegs und uns fallen nach kurzer Zeit die Augen zu. Also wird die Heizung heruntergedreht, für frische Luft gesorgt, sehr, sehr konzentriert gefahren und dann funktioniert es.

Daheim empfängt uns ein  - für unser Gefühl -  auf einmal riesiges Zuhause, aber mit einem Willkommensgruß in Form eines umfangreichen Frühstücks (Danke an meine Ma) für den nächsten Morgen. Todmüde fallen wir um 22.30 Uhr ins Bett, nur um zwei Stunden später wieder hellwach zu sein. Wir stehen auf und in Ermangelung einer Partylocation mit Homedresscode vertrödeln wir unsere Zeit mit Herumkramen und  Post durchsehen. Um halb vier sind wir bereit für die nächste Runde in Morpheus Armen, die dann wieder sechs Stunden später endet. Ja, ja der Jetlag! Er macht uns auf diese Art gleich bis zum nächsten Freitag zu schaffen und verhindert erfolgreich unsere sonst übliche Effizienz im Handeln und Denken. Wir fühlen uns, als würden wir träumen immer, weil wir kopfmäßig in Las Vegas sind oder auch wie im alten Science Fiction und fragen uns: Scotti, wohin hast du uns gebeamt? Gut, dass Familie und Freunde soviel Verständnis aufbringen. Aber dann sind wir soweit, dass wir Muttis 80-ten Geburtstag feiern und auch auf die vielen Anfragen vernünftig antworten können.

Bis Anfang Januar haben wir noch Zeit für unsere Lieben, aber auch für den Papierkram, die Ersatzteilbeschaffung und hoffentlich für eine Lösung des Problems der immer leeren Batterie in Fraukes Mitsubishi.