Wenn der Kühlschrank nicht mehr kühlt...

20. September 2014, Kanab, Utah

200 km nördlich von Lake Powell finden wir in Kanab, einem beschaulichen Städtchen mit 5000 Einwohnern einen RV-Platz, der sogar für uns noch eine Stellfläche übrig hat. Super auch, dass wir endlich wieder mal eine vernünftige Internetverbindung haben, gleich nebenan unsere Wäsche waschen lassen können und keine hundert Meter weiter ein kleiner Supermarkt uns mit frischen Lebensmitteln und  - zu unserem Erstaunen – auch mit Schwarzbrot versorgt. In Utah befinden wir uns im Mormonenstaat und wir entdecken nicht nur bei den Lebensmitteln eine gemeinsame Vorliebe: Statt der üblichen schlichten Fertighäuser sehen wir hier größtenteils hübsche, kleine Häuschen, alte gut gepflegte Unikate, öfter auch aus Stein gebaut, mit grünen Vorgärten und altem Baumbestand. Alles macht einen sehr ordentlichen Eindruck und selbst der Sonntag ist ein Feiertag, d.h. die Läden haben geschlossen.

Aber heute ist erst einmal Samstag. Wir haben unsere erste Erkundungstour durch den Ort gemacht, das WiFi genutzt, zu Mittag gegessen und bei einer Kanne Tee entspannt. Soweit alles prima, doch dann bemerken wir, wie unser Kühlschrank kurzatmig wird. Und – oh Schreck – die kompletten Einkäufe vom Tag zuvor haben Tauwetter. Fehlt bloß noch, dass die Scholle im Eisfach wieder anfängt zu schwimmen! Ein Blick auf die Kontrollleuchten lässt uns alarmiert feststellen, dass die Energieversorgung im roten Bereich ist. Gustav probiert noch eine Notmaßnahme und schließt unsere Versorgung an das Stromnetz an. Doch irgendetwas stimmt nicht: Ein übler Geruch nach verbranntem Gummi strömt seitlich aus der Sitzbank. Schnell wird diese ausgeräumt, die Bodenplatten gelöst und – siehe da – hier schmort es. Ganz fix die externe Stromversorgung wieder ausgeschaltet und Gustavs Hirn läuft auf Hochtouren in Punkto Problemlösung. Leider wird das eine stundenlange Aktion, denn alle üblichen Maßnahmen greifen nicht. Uns bleibt nichts übrig, als Energie über Solar oder übers Fahren zu beziehen (und das, wo wir grad mal ein wenig länger stehen bleiben wollten): Doch selbst das langt nur kurzzeitig, weil unsere Bordbatterie wohl „über den Jordan ist“.

Es ist spät am Abend, als wir beschließen uns anderntags nach ein einer neuen Batterie umzusehen. In unserem Womo sieht es grad nicht sehr gemütlich aus, stapeln sich doch alle Decken, Textilien, bis zur Kopfstütze hoch auf den Vordersitzen. Da staunt man doch, was da unten noch alles so drin war. Aber aufgeräumt wird morgen früh, wir sind heute einfach zu geschafft.

Am nächsten Morgen brechen wir also unsere Zelte ab, denn eine Batterie bekommen wir erst im 100 km entfernten Hurricane. Nach ca. 2 Stunden stehen wir vor einem großen Walmart, der sogar eine eigene Autowerkstatt auf dem Gelände hat. Für 89,- Dollar erstehen wir also ein begehrtes „Energiespeicherelement“, bekommen es ordnungsgemäß eingebaut – und staunen – wie viel Power wir plötzlich wieder haben. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass uns die Sonne möglichst lange scheint.

Für den Rückweg wählen wir die Route über den Zion-Nationalpark. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob es daran liegt, das wir die letzte Woche so über den Grand Canyon gestaunt haben, aber: Wir können dem „Zion“ nicht all zu viel abgewinnen. „Ganz nett“, empfinden wir, „ähnlich wie am Mittelmeer“ -  nur natürlich größer; weil ja schließlich alles in den Staaten irgendwie größer ist. Da die Campgrounds – natürlich – auch alle wieder voll sind, beschließen wir durchzufahren.

     

 

m Ostausgang von Mt. Carmel haben wir einen wunderschönen Übernachtungsplatz für uns alleine. Am Montag sind wir früh dran, vielleicht zu früh für den RV-Platz. So fahren wir zur örtlichen Bücherei in Kanab und arbeiten dort in zwei Stunden unsere Homepage auf. Anschließend geht’s wieder zum „Hidden Post“-RV, zum Wäschewaschen und zur Internetrecherche wegen einer neuen Womo-Versicherung. Wir können am nächsten Morgen mit der Familie skypen und erfahren so ganz nebenbei, dass es Probleme mit amerikanischen Batterien gegeben hat, weil die nicht hielten, was sie versprachen, d.h. die angegebene Leistung entsprach nicht der Realität. Tja, was das nun wohl für uns zu bedeuten hat???