Reiseroute

 

2014 rot -  2015 schwarz

 

Es mag verwundern, dass unsere Rückreise 2015 der Route von 2014 auf großer Strecke folgte. Dies hat verschiedene Gründe:

Ursprünglich hatten wir den Gedanken, die Reise möglicherweise in Richtung Südamerika zu verlängern. Dabei war eine notwendige Fährbenutzung zwischen Panama und Kolumbien eingeplant.

Doch im entscheidenden Monat saßen wir in San Miguel  - zunächst  mit einem Ersatzteilproblem - fest, während wenig später die Reederei in Panama völlig unerwartet ihren Fährdienst einstellte – und das auf Dauer. Jetzt blieb zwar noch eine recht komplizierte Verschiffung mit einem Frachter übrig, mit nahezu einem zehnfachen an Kosten, aber die anbrechende Regenzeit würde die ohnehin nicht einfache Durchquerung Mittelamerikas durch Schlammlawinen, Straßensperren, Tropenhitze und Moskitoschwärmen zusätzlich erschweren.

Nach langen Diskussionen kamen wir zu der Einsicht, dass die Häufung dieser Komplikationen uns zu viel Kraft abverlangen und die Freude am Reisen nehmen würde.

Die Entscheidung für den Abbruch der Reise war gefallen.

Jetzt stellte sich die Frage: Wie und wo verbringen wir den Sommer? Vielleicht in Alaska? Oder: Bereisen wir zunächst den Osten der USA? Doch das machte das anhaltende Schlechtwetter mit seinen Überschwemmungen schon unmöglich. Also möglichst nah am Pacific hochfahren.

Nächstes Hindernis war die nur noch wenige Wochen dauernde Aufenthaltsgenehmigung in den Staaten. Dies bedeutete, dass wir recht schnell nach Kanada reisen würden. Als wir dort die Grenze überquerten, war es bereits Juni und somit Hauptsaison. Doch womit wir nicht gerechnet hatten, war die Überfüllung der ohnehin recht wenigen Campingplätze, auf die wir nun wegen fehlender Freistehplätze auch angewiesen sind. Dabei waren wir noch nicht einmal in den weitaus stärker frequentierten Nationalparks unterwegs. Schnell wurde klar: Wir haben keine Lust auf solchen Rummel.

So fiel das nächste Ziel – Alaska. Das führte auf der Karte zu dem scharfen Knick südlich von Calgary.

Ein paar Wochen später hatten wir genug:  genug vom langweiligen Teil Kanadas, genug von der mühsamen Stellplatzsuche, genug von Moskitos und Blackflies und mehr als genug vom vielen Sitzen, weil es einfach zu wenig normale Wegstrecken gab.

Auf einmal war sie da, die Sehnsucht nach Europa mit seiner Kultur, mit seinen uralten Verbindungspfaden quer über den Kontinent, seinen geschichtsträchtigen Städten und Orten, die zum Verweilen einladen.

Jetzt im Juli fiel die nächste Entscheidung: Wir wollen heim!

Der Rest war leicht: Die Behördengänge in Kanada sind einfach, die Menschen hier ohnehin freundlich und hilfsbereit.  Flug und Verschiffung waren schnell gebucht und schon stand „Käptn Blaubär“ im Hafen von Halifax und wir warteten auf unseren Flieger.

Am Ende hatten wir in 13 Monaten auf über 60000 km den amerikanischen Kontinent bereist und kehrten im August 2015 übervoll mit Eindrücken, aber auch voller Dankbarkeit für diese tolle Zeit, wieder heim.